Förderung Dissertation: Kinderschutz in der Lehre der Sozialen Arbeit

Seit November 2024 fördert die Pflege-Adoptiv-Familien-Stiftung das Forschungsprojekt: Kinderschutz in der Lehre der Sozialen Arbeit.

In den Anfängen verantwortet und begleitet durch Prof. Dr. Maud Nordstern, Professorin für Kinderschutz und Jugendhilfe, wird das Forschungsprojekt aktuell von Prof. Dr. Noll an der Frankfurt University of Applied Sciences geleitet.

Im Zentrum des Projektes steht die Dissertation von Benjamin Christ zu dieser Thematik:

Lehrinhalte zum Schutz von Kindern werden derzeit noch nicht in ausreichendem Umfang im Studium gelehrt. Einzelne Themenbereiche wie sexueller Missbrauch oder Vernachlässigung von Kindern stehen zwar gelegentlich auf dem Lehrplan. Eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Einschätzung, Intervention und Hilfeplanung im Fall von Kindeswohlgefährdungen geschieht hingegen kaum.

Dies ist jedoch  von großer Tragweite, weil Absolvent*innen der Sozialen Arbeit nach dem Studium regelmäßig entweder im Jugendamt Fallverantwortung für Kinder tragen bzw. in der Jugendhilfe mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die von Gewalt betroffen sind.

Die Dissertation von Herrn Christ hat auch Pflegekinder im Blick: Ein Kind, das in seiner Herkunftsfamilie Gewalt, Vernachlässigung oder Ähnliches erlebt hat, kann in einer Pflegefamilie eine Chance auf Bindung, verlässliche Beziehungen und gute Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Trotzdem erfährt diese wirkungsvolle Hilfe in der Lehre des Kinderschutzes kaum Aufmerksamkeit.

Im Gegensatz dazu wird im Interdisziplinären Frankfurter Modell: Kinderschutz in der Lehre die Bedeutung von Pflegefamilien gewürdigt.

Dieses in Frankfurt entwickelte und erprobte Lehrmodell, das mittlerweile an mehr als 20 Hochschulen zum Einsatz kommt, wird als Praxisbeispiel im Rahmen der Dissertation ausführlich vorgestellt, mit der Chance auf die weitere Verbreitung dieses kindzentrierten, ganzheitlichen Lehransatzes (https://goto.frankfurt-university.de/kinderschutz).